Informatikerin und Informatiker
Letzte Aktualisierung: 11.07.2025
Tätigkeit / Aufgaben
Die Informatik beschäftigt sich mit der systematischen und automatischen Verarbeitung von Daten und Informationen und entwickelt Lösungen für zahlreiche Anwendungsprobleme. Produkte und Anwendungen aus der Informationstechnologie gehören längst zum beruflichen und privaten Alltag der Menschen: E-Mail, Navigationsgeräte, Smartphone, E-Commerce, Online-Banking, Online-Reisebuchungen und soziale Netzwerke sind nur einige Beispiele dafür. Auf Grund der rasanten Entwicklung in diesem Bereich gibt es viele unterschiedliche berufliche Tätigkeitsbereiche.
Informatikerinnen und Informatiker können zwar für die gesamte Organisation und Entwicklung der Informationstechnik zuständig sein; mehrheitlich spezialisieren sie sich jedoch auf bestimmte Bereiche, wobei die Grenzen zwischen den Tätigkeitsbereichen nicht immer ganz klar definiert sind.
Softwareentwicklerinnen und Softwareentwickler sowie Entwicklerinnen und Entwickler von Datenbanken und Apps müssen die Bedürfnisse und Anforderungen der Nutzerinnen und Nutzer verstehen, indem sie deren Geschäftsabläufe und bestehende Systeme analysieren, um dann festzulegen, was die Software leisten und wie sie angemessen reagieren soll. Danach wird sie in Software-Architekturen strukturiert, die dann in eine Implementierung umgesetzt und getestet werden. Daten aus alten Systemen werden dabei in das neue übernommen (Migration). Auch die Dokumentation und die Schulung der Benutzerinnen und Benutzer gehören zu den Aufgaben dieser Fachleute.
Systementwicklerinnen und Systementwickler arbeiten an der Entwicklung und Realisierung ganzer Anwendersysteme, z.B. im Bereich der Medizintechnik, der Fahrzeugtechnik, in der Bioinformatik. Sie konzipieren bedarfsgerechte IT-Systeme, führen Systemanalysen durch und passen bereits bestehende IT-Systeme an Veränderungen an. Unter Berücksichtigung wirtschaftlicher und technischer Aspekte arbeiten Systementwicklerinnen und Systementwickler verschiedene Lösungskonzepte aus, erstellen Machbarkeitsstudien und entwerfen Prototypen, überprüfen deren Leistungs- und Einsatzfähigkeit und setzen das IT-System schließlich um.
System- und Netzwerkadministratorinnen und -administratoren planen, installieren und konfigurieren IT-Infrastrukturen. Sie kontrollieren System- und Hardwarefunktionen, vergeben Benutzerrechte und erweitern Speicherkapazitäten. Weiters entwickeln sie Konzepte und Richtlinien für den Netzbetrieb, legen Sicherheitsstandards fest, analysieren und beheben Fehler und sorgen für einen störungsfreien Ablauf. Oft gehören auch die Auswahl und die Beschaffung der Hard- und Software sowie die technische Umsetzung von IT-Konzepten zu ihren Aufgaben.
Weiters sorgen Informatikerinnen und Informatiker im technischen Supportbereich für den reibungslosen Ablauf der Infrastruktur. Sie optimieren und betreuen unternehmensinterne Systeme und lösen verschiedene Probleme. Sie beheben Soft- und Hardwarefehler, klären die Userinnen und User über Bedienungsfehler auf und sind zuständig für Auswahl, Beschaffung und Einrichtung der IT-Strukturen, für die Sicherheit, Pflege und Verfügbarkeit der Daten sowie für die Schulung der Nutzerinnen und Nutzer.
Web-Master (Web-Developer) sind Fachleute im Internet- und Multimediabereich und programmieren möglichst strukturierte und einfach zu bedienende Webseiten. Die Arbeit beginnt mit der Analyse und Strukturierung der gewünschten Inhalte und Anwendungen, auf deren Grundlage das Navigationskonzept erarbeitet wird. Unter Berücksichtigung von Browserkompatibilitäten, Sicherheitsanforderungen und Benutzerfreundlichkeit planen, programmieren und dokumentieren sie den Webauftritt. Die künstlerisch kreative Gestaltung von Webseiten fällt hingegen in den Bereich des Web-Design.
Darüber hinaus können Informatikerinnen und Informatiker auch im Bereich IT-Sicherheit, IT-Consulting, Cloud Computing, Wirtschaftsinformatik, Projektmanagement, Unterricht, Forschung, Kundenberatung und -betreuung, Marketing und Vertrieb tätig sein.
Die fortschreitende Digitalisierung der Arbeits- und Berufswelt verändert die Aufgabenfelder und Anforderungsprofile von Informatikerinnen und Informatikern ständig. Es eröffnen sich Möglichkeiten, sich mit neuen Technologien, Verfahren oder Systemen zu befassen, wie z.B. KI-Anwendungen zur Auswertung von Bildern, Videos, Sprachaufzeichnungen, Texten, physiologischen Daten, Blockchain, IoT-Plattformen, Mensch-Maschine-Kommunikation (Interaktionen zwischen Benutzern und Maschinen herstellen und Umsetzungskonzepte entwickeln), Robotic Process Automation - RPA (Problemlösungen für Unternehmensprozesse erarbeiten, die durch RPA automatisiert werden können) u.v.a.m.
Berufsanforderungen
Logisch-analytisches Denken, Begabung für Mathematik, technisches Verständnis, Interesse am Lösen von Problemen und an interdisziplinärer Arbeit, sehr gute Englischkenntnisse, selbständiges Arbeiten, Kommunikationsfähigkeit
Ausbildung
Lehre
Zugangsvoraussetzungen:
- Alter: 15 - 24 Jahre,
- Abschlussdiplom der Mittelschule,
- Lehrvertrag als Fachfrau / Fachmann für Applikationsentwicklung - Coding oder als Fachfrau / Fachmann für Informationstechnologie (Schwerpunkt Systemtechnik oder Betriebstechnik),
- Dauer: 4 Jahre,
- praktische Ausbildung im Betrieb und Besuch der Berufsschule in Innsbruck (A),
- Abschluss der Ausbildung durch die Lehrabschlussprüfung.
Schule
- 3-jährige Fachschule für Fachinformatik; darauf aufbauend einjähriger Spezialisierungslehrgang in IT-Systemelektronik und Anwendungsentwicklung oder in Fachinformatik und Netzwerktechnik; darauf aufbauend maturaführender Lehrgang (5. Jahr);
- 5-jährige Oberschule: Technologische Fachoberschule der Fachrichtung Informatik oder Informatik und Telekommunikation
oder Wirtschaftsfachoberschule für Verwaltung, Finanzwesen und Marketing mit Schwerpunkt Wirtschaftsinformatik.
Hochschule/Universität
Italien:
- Laurea professionalizzante (berufsbildender Bachelor - 3 Jahre) der Classe delle lauree "Professioni tecniche industriali e dell'informazione - L-P03";
- Laurea (Bachelor - 3 Jahre) in den folgenden Studienrichtungen: Scienze e tecnologie informatiche, ingegneria dell'informazione,
darauf aufbauend: - Laurea magistrale (Master - 2 Jahre) im entsprechenden Bereich.
Informationen zu den Studiengängen - in Südtirol: Bachelor (3 Jahre) in Informatik oder Wirtschaftsinformatik an der Freien Universität Bozen,
darauf aufbauend: - Master (2 Jahre) in Computing for Data Science, in Software Engineering o. ä.;
Informationen zu den Studiengängen
Österreich:
- Bachelor (3 Jahre) und Master (2 Jahre) im Bereich Informatik, Technische Informatik, Elektronik und Informationstechnik oder Wirtschaftsinformatik; Informationen zu den Studiengängen
Anerkennung:
Für einen im Ausland erworbenen Studientitel muss in Italien um die Anerkennung angesucht werden, um z.B. eine Arbeitsstelle im öffentlichen Dienst oder eine Eintragung ins Berufsalbum zu ermöglichen. Infos dazu bei der Studieninformation Südtirol.
Berufsausübung, Arbeitsmöglichkeiten
Eintragung in Berufskammer, -verband oder -kollegium
Voraussetzungen für die Eintragung in das Berufsverzeichnis der Periti industriali, Sparte Informatik und Telekommunikation:
- Laurea professionalizzante (berufsbildender Bachelor - 3 Jahre) der Classe delle lauree "Professioni tecniche industriali e dell'informazione - L-P03" (mit diesem Bachelor ist die Eintragung ins Berufsalbum ohne Berufspraktikum und Staatsprüfung möglich)
oder
- Bachelor (siehe Ausbildung) inklusive 6 Monate Praktikum,
- Bestehen der Staatsprüfung.
Voraussetzungen für eine Eintragung in die Berufskammer der Ingenieure (Bereich Information):
- entsprechendes Universitätsstudium,
- Bestehen der Staatsprüfung.
Öffentliche Verwaltung
Landesverwaltung, Gemeinden, Bezirksgemeinschaften, Sanitätsbetrieb; Unterricht.
Für eine Anstellung in der öffentlichen Verwaltung (ausgenommen Unterricht) braucht es den Zwei- oder Dreisprachigkeitsnachweis B2 oder C1 oder entsprechende Diplome und Zertifikate. Die Voraussetzung für eine unbefristete Aufnahme ist das Bestehen eines öffentlichen Wettbewerbes.
Privatwirtschaft
Informatikerinnen und Informatiker finden Beschäftigung in Unternehmen nahezu aller Wirtschaftsbereiche (Informatikbranche, Banken, Versicherungen, IT-Handel, Elektronikindustrie, Energiewirtschaft, Telekommunikation, Medizintechnik, Automobilbranche, Unterhaltungssoftware, Immobilien, Optik, Feinmechanik usw.)
Selbstständige Tätigkeit
Eröffnung eines eigenen Betriebes
Freiberufliche Tätigkeit
Voraussetzung für die freiberufliche Tätigkeit ist die Eintragung in die Berufskammer.
eJobBörse »
Verwandte Berufe
Kontaktadressen / Weitere Informationen
Kammer der Periti Industriali und der Periti Industriali mit Laureat
Consiglio Nazionale dei Periti Industriali e dei Periti Industriali Laureati (CNPI)
Ingenieurkammer Bozen
Consiglio Nazionale degli Ingegneri
Weitere Berufsbeschreibungen findet man unter:
Atlante del lavoro Italia
Schweizer Verband für Berufsberatung
Arbeitsmarktservice Berufslexikon Österreich
Bundesagentur für Arbeit Deutschland