Kamerafrau und Kameramann
Letzte Aktualisierung: 26.05.2025
Tätigkeit / Aufgaben
Kameraleute sind bei Film-, Fernseh- und Videoproduktionen (Kino- und Fernsehfilme, Serien, Unterhaltungssendungen, Werbe- und Industriefilme usw.) für die künstlerische und technische Bildgestaltung verantwortlich. Sie arbeiten für Fernsehstudios, Filmteams oder auch freiberuflich. Oft beginnen sie ihre berufliche Tätigkeit als Assistentin oder Assistent.
Vor einer Produktion machen sich Kameraleute mit dem Drehbuch vertraut, erarbeiten mit der Regie ein dramaturgisches Konzept und sprechen sich mit der Produktionsleitung und weiteren Fachleuten (Beleuchtung, Ausstattung, Maske …) ab. Bei Event-Dokumentationen oder Imagefilmen kann es auch wichtig sein, die Auftraggebenden und die am Dreh beteiligten Personen zu beraten, etwa darüber wie ein bestimmtes Publikum erreicht oder eine gewünschte Wirkung erzielt werden kann.
Wenn die Drehorte feststehen, wählen die Kameraleute geeignete Kameras, Objektive, Filmmaterial, Stative, Kräne und Beleuchtung aus.
Während der Dreharbeiten geht es um die Bildgestaltung, d. h. es muss der geeignete Bildausschnitt, der beste Blickwinkel und eine gute Lichtführung gefunden werden. Für die einzelnen Einstellungen werden die Kamerapositionen und -bewegungen genau festgelegt. Durch einen gezielten Einsatz von Licht und Farben werden Atmosphären geschaffen, um die Emotionen der Zuschauerinnen und Zuschauer anzusprechen.
Nach einer Produktion besteht die Aufgabe der Kameraleute darin, die Qualität des Gefilmten zu überprüfen und dieses fachgerecht abzulegen, bis es von den entsprechenden Fachleuten (z. B. für den Schnitt) weiterverarbeitet wird. Außerdem müssen sie die eingesetzten Arbeitsgeräte warten und gegebenenfalls reparieren.
Im Fernsehjournalismus (Nachrichtensendungen, Sportberichte, Reportagen etc.) steht neben der visuellen Gestaltung die Informationsvermittlung im Vordergrund. Hierfür sind meist kleine Teams unterwegs, die oft nur aus einer Journalistin oder einem Journalisten und einer Kamerafrau oder einem Kameramann bestehen. Es besteht häufig großer Zeitdruck, da die Übertragungen entweder unmittelbar erfolgen oder für die Bearbeitung der Beiträge sehr wenig Zeit zur Verfügung steht.
Die Filmindustrie hat sich in den letzten Jahren durch die Verwendung von Künstlicher Intelligenz (KI) erheblich verändert. Von der Produktion über die Postproduktion bis hin zur Verbreitung von Filmen bietet KI vielfältige Einsatzmöglichkeiten. Sie ist beispielsweise in der Lage, Filmmaterial präzise zu analysieren - sei es hinsichtlich Farbe, Stimmung, Dynamik, Personen, Ton, Bildkomposition usw. Bei der Bearbeitung von Filmen kann KI verwendet werden, um Fehler zu erkennen und automatisch zu korrigieren, Farbanpassungen vorzunehmen und sogar ganze Szenen zu generieren. Daher wird die Nutzung von KI auch für Kameraleute zunehmend bedeutsam.
Berufsanforderungen
Gutes visuelles Vorstellungsvermögen, technisches Geschick, künstlerische Gestaltungsfähigkeit, Bereitschaft im Team zu arbeiten
Ausbildung
Hochschule/Universität
Italien:
- Laurea (Bachelor - 3 Jahre) und Laurea magistrale (Master - 2 Jahre) im Bereich der Discipline delle arti, della musica e dello spettacolo - DAMS mit Ausrichtung Cinema, Media, Tecnologie digitali applicate allo spettacolo oder Film;
Informationen zu den Studiengängen
oder - Diploma di I° livello (Bachelor - 3 Jahre) und Diploma di II° livello (Master - 2 Jahre) an einer Accademia di Belle Arti (mit Ausrichtung Cinema, Televisione, Film ...);
Informationen zu den Studiengängen
oder - Diploma (3 Jahre) an der "Scuola nazionale di cinema" in Rom (Diploma equipollente alla Laurea nella classe L-3 DAMS).
Österreich und Deutschland:
- Bachelor (3 Jahre) und Master (2 Jahre) oder Diplomstudium (4 - 5 Jahre) im Bereich Bildtechnik, Kamera oder Cinematography, z. B. an einer der folgenden Filmakademien und Hochschulen:
Universität für Musik und Darstellende Kunst Wien,
Hochschule für Fernsehen und Film München,
Filmakademie Berlin,
Filmakademie Baden-Württemberg,
Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf Potsdam
Technology Arts Sciences TH Köln
oder
Sonstiges
- 2- bis 3-jährige Ausbildungen an privaten oder öffentlichen Filmschulen im In- und Ausland
oder
in Südtirol:
Berufsausübung, Arbeitsmöglichkeiten
Öffentliche Verwaltung
Öffentliche Fernsehanstalten
Privatwirtschaft
Filmproduktionsfirmen, private Fernsehsender und -studios
Selbstständige Tätigkeit
Selbstständige Berufsausübung als Kamerafrau oder Kameramann
eJobBörse »
Verwandte Berufe
Kontaktadressen / Weitere Informationen
Medienverzeichnis
IDM Südtirol - Alto Adige, Film Location
Associazione Italiana Tecnici di Ripresa
Weitere Berufsbeschreibungen findet man unter:
Atlante del lavoro Italia
Schweizer Verband für Berufsberatung
Arbeitsmarktservice Berufslexikon Österreich
Bundesagentur für Arbeit Deutschland