Umweltingenieurin und Umweltingenieur
Letzte Aktualisierung: 07.05.2025
Tätigkeit / Aufgaben
Umweltingenieurinnen und Umweltingenieure arbeiten in einem Bereich, der sich zwischen Ökologie, Wirtschaft und Gesellschaft bewegt. Sie beschäftigen sich mit Ressourcen wie Wasser, Boden, Biomasse, Gesteine und Metalle. Tätigkeitsfelder sind die Wasserversorgung, die Entsorgung von Abwasser, von Abluft und Abfällen, die Sanierung belasteter Böden und Gewässer, die Analyse, Bewertung und Minderung von Risiken für die Umwelt und die Menschen und der Lärmschutz. Sie erarbeiten die dafür nötigen technischen und naturwissenschaftlichen Lösungen und planen, bauen und betreiben entsprechende umwelttechnische Anlagen (wie z. B. Müllverbrennungsanlagen oder Biogasanlagen). Sie führen Messungen durch (etwa den Schallpegel oder den Ausstoß von Schadstoffen) oder nehmen Boden- und Wasserproben, die sie analysieren lassen. Eine wichtige Tätigkeit ist auch die Beratung, etwa wenn es um die Durchführung von Maßnahmen zur Energieeinsparung, zur Abfallvermeidung oder um die korrekte umwelt- und sicherheitstechnische Errichtung von Arbeitsstätten oder Betriebsanlagen geht. Zudem arbeiten sie als Gutachterinnen und Gutachter, etwa bei der Standortsuche für eine Mülldeponie oder im Rahmen von Umweltverträglichkeitsprüfungen.
Je nach Studienschwerpunkt beschäftigen sich Umweltingenieure und Umweltingenieurinnen mit nachhaltiger Entwicklung (z. B. in der Begleitung von Regionen oder Gemeinden, die eine nachhaltige Landschaftsnutzung planen), mit urbanen Ökosystemen (z. B. durch das Begrünen des städtischen Raumes), mit erneuerbaren Energien und Ökotechnologie, mit Naturmanagement (z. B. in der Ausarbeitung von Projekten für ein Naturschutzgebiet) oder sogar mit biologischer Landwirtschaft und dem Vertrieb der Produkte (z. B. als Führungskräfte in Produktions- oder Vermarktungsbetrieben).
Tätigkeitsfeld und Kompetenzen dieses Berufes sind nach gesetzlichen Bestimmungen geregelt. Informationen dazu erteilt die Berufskammer.
Berufsanforderungen
Räumliches Vorstellungsvermögen, mathematisch-technische und wirtschaftliche Fähigkeiten, Interesse am Lösen komplexer Probleme, konstruktives und systematisch-kritisches Denken, Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit anderen Fachkräften
Ausbildung
Hochschule/Universität
Italien
- Laurea (3 Jahre) der Studienrichtung „Ingegneria civile e ambientale“, darauf aufbauend:
- Laurea magistrale (2 Jahre) im entsprechenden Bereich
Informationen zu den Studiengängen
Österreich
- Bachelor (3 Jahre) und Master (2 Jahre) im Bereich der Umwelttechnik
Informationen zu den Studiengängen
Anerkennung: Für einen im Ausland erworbenen Studientitel muss in Italien um die Anerkennung angesucht werden, um z.B. eine Arbeitsstelle im öffentlichen Dienst oder eine Eintragung ins Berufsalbum zu ermöglichen. Infos dazu bei der Studieninformation Südtirol
Berufsausübung, Arbeitsmöglichkeiten
Eintragung in Berufskammer, -verband oder -kollegium
Für die Eintragung in die Ingenieurkammer sind der entsprechende Studientitel und die Ablegung der Staatsprüfung erforderlich
Öffentliche Verwaltung
Landesverwaltung und andere öffentliche Einrichtungen, Unterricht
Für eine Anstellung in der öffentlichen Verwaltung (ausgenommen Unterricht) braucht es den Zwei- oder Dreisprachigkeitsnachweis C1 oder entsprechende Diplome oder Zertifikate. Die Voraussetzung für eine unbefristete Aufnahme ist das Bestehen eines öffentlichen Wettbewerbes.
Privatwirtschaft
Ingenieurbüros, große Bauunternehmen, Unternehmen im Umweltbereich (z. B. SEAB AG, ECO Center AG …)
Freiberufliche Tätigkeit
Voraussetzung für die freiberufliche Tätigkeit ist die Eintragung in die Berufskammer
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Verwandte Berufe
Kontaktadressen / Weitere Informationen
Ingenieurkammer Bozen
Consiglio Nazionale Ingegneri (C.N.I.)
Weitere Berufsbeschreibungen findet man unter:
Atlante del lavoro Italia
Schweizer Verband für Berufsberatung
Arbeitsmarktservice Berufslexikon Österreich
Bundesagentur für Arbeit Deutschland